So erleben Studierende ihr digitales Semester

Von studentischen E-Tutoren, Haustieren vor der Kamera und digitalem Kaffeeklatsch

Das Lernkonzept der Universität Witten/Herdecke beruht auf einer Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden, in der Kompetenzen durch intensive Diskussion in Gruppenarbeit entwickelt werden. Diese besondere Form der Didaktik in Studiengängen aus den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft zieht Studierende aus der ganzen Welt nach Witten.

Aber wie kann dies in Zeiten der CoVid19-Pandemie gelingen?

Auch in dieser schwierigen Krise hat die Universität ihr besonderes Engagement für die Lehre bewiesen. Statt Freisemester zu fordern, haben alle Dozierenden in Rekordgeschwindigkeit ihre Kompetenzen in der Online-Didaktik hochgefahren und viele kreative Konzepte entwickelt, um die Qualität der Lehrangebote auch in dieser besonderen Situation hoch zu halten. Bei der Erprobung und Umsetzung wurden sie von studentischen E-Tutoren der Initiative „Digital Works“ unterstützt. „Wir haben im letzten Semester an einem Training zu digitaler Lehre teilgenommen und freuen uns jetzt total, dass wir das Gelernte so schnell einsetzen können“, berichtet Max (21), der Management im Bachelor studiert.

    Bunter Medienmix im virtuellen Seminarraum

    Im laufenden Sommersemester finden nun alle Lehrveranstaltungen mit einem bunten Medienmix in synchroner oder asynchroner Form statt. Von Live-Vorträgen im virtuellen Seminarraum über Videos im Lernmanagementsystem bis zu Fallstudien wird in den verschiedenen Studiengängen alles geboten. Nach kurzer Eingewöhnung sind intensive Diskussionen jetzt auch im virtuellen Seminar normal geworden, finden wieder regelmäßig Arbeiten in Kleingruppen statt, werden Projekte bearbeitet und kann Feedback durch Abstimmungen und Quizangebote spielerisch in Online-Formate integriert werden. Auch das Studium fundamentale bietet ein gewohnt vielfältiges Programm an und ergänzt dieses zeitgemäß um einen Corona-Blog und eine neue digitale Vortragsreihe mit Titeln wie „Zur künstlichen und natürlichen Intelligenz der Gesellschaft“ oder „Mehr als Unsinn: Kleine Erkenntnistheorie des Witzes“.

    „Selbst für Prüfungen und Praktika finden wir meist Lösungen“ sagt Vizepräsident Prof. Dr. Jan Ehlers, dessen Lehrstuhl für Bildungsforschung und Didaktik in den ersten Wochen der Pandemie Hunderte von Dozierenden online geschult hat. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie erfindungsreich und anpassungsfähig Lehrende und Studierende zusammenarbeiten.“

    Viele andere Elemente des universitären Alltags wurden ebenfalls ins Netz verlagert: „Damit unsere neuen Studierenden schnell reinkommen und Kontakte finden, haben wir eine digitale Happy Hour veranstaltet, bei der Erstis und studentische Initiativen zusammengekommen sind – eine Stunde war geplant, es wurden mehr als drei, mit vielen Verabredungen für die nächsten Tage“ erzählen Jonah (21) und Ole (19) aus der Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft. „Bei uns im Entrepreneurship Zentrum finden Coffee Breaks jetzt digital statt, so verlieren sich die Teams auch im Homeoffice nicht aus den Augen. Das klappt wirklich super!“ schwärmen Julia (22) und Marie-Jana (22), die gerade den Launch ihrer Erlebnis-App vorbereiten. Selbst die kleinen informellen Gespräche und Menscheleien gibt es noch, wenn Haustiere durch das Bild laufen, wenn Eltern oder Kinder reinplatzen und bei offenem Mikrofon ein ganzes Seminar unterhalten, oder wenn Kuchenrezepte mit den Statistikaufgaben übermittelt werden.

    Vizepräsident Ehlers bringt es auf den Punkt: „Auch wenn die ganze Universität sich wünscht, schnell wieder in den Räumen vor Ort aufeinanderzutreffen und sich in Seminaren direkt miteinander und mit den Themen auseinanderzusetzen: Witten/Herdecke kann’s auch digital.“

      Wie erlebt ihr euer digitales Studium? Schreibt es uns in die Kommentare!

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