"Wie gelingt Kooperation auch unter schwierigen Bedingungen, insbesondere Ungewissheit? Eine Antwort ist: Durch Vertrauen. So wurde Vertrauen zu meinem Herzensthema."

Ein Gespräch mit Organisations- und Managementforscher Guido Möllering über die Verantwortung, Dynamik und wissenschaftliche Relevanz der Wirtschaft. Und über sein Herzensthema: Vertrauen.

Warum ist die Wirtschaftswissenschaft wichtig? Warum sollten sich aus Ihrer Sicht junge Menschen mit Wirtschaft auskennen, auseinandersetzen oder ein Studium in diesem Bereich beginnen?

Unter „Wirtschaft“ verstehe ich wichtige, verbindende Prozesse in einer Gesellschaft, in denen ganz praktisch und alltäglich entschieden wird, wie wir welche Ressourcen zu welchem Zweck einsetzen. Wer an solchen Prozessen beteiligt sein will, sie gestalten will und nicht übers Ohr gehauen werden will, sollte sich damit eingehend befassen. Nicht zuletzt um zu verstehen, wie vielfältig und dynamisch Wirtschaft sein kann, weshalb man sich auch wissenschaftlich damit befassen muss. So findet man mehr Möglichkeiten, in Unternehmen und anderen Organisationen gemeinsam mit anderen verantwortungsvoll zur Gesellschaft beizutragen und sinnvoll zu leben.

Wie sind Sie zu Ihrem Fachbereich gekommen? Was sind Ihre Herzensthemen innerhalb der Wirtschaftswissenschaft?

Anfangs fand ich es vor allem faszinierend, wie komplexe Wirtschaftssysteme und große Unternehmen überhaupt funktionieren können. Intuitiv schien mir als Koordinationsmechanismus nicht primär Wettbewerb, sondern Kooperation entscheidend zu sein. Deshalb beschäftige ich mich als Organisations- und Managementforscher meistens mit diesem Thema. Wie gelingt Kooperation auch unter schwierigen Bedingungen, insbesondere Ungewissheit? Eine Antwort ist: Durch Vertrauen. So wurde Vertrauen zu meinem Herzensthema.   

Was tun Sie, wenn Sie mal nicht über Wirtschaft forschen oder lehren?

Familie, Musik, Sport, Garten wären zu nennen. Nichts allzu Extravagantes. Wahrscheinlich höre ich unnormal viel Musik. Eigentlich, wann immer möglich und immer gerne etwas Neues. Sehr gerne auch live und gelegentlich von mir selbst gespielt. Ein Tipp, der zeigt, was mir gefällt, und den man unbedingt mal hören oder sehen sollte: Frank Turner. Gesellschaftlich engagiert bin ich als Sekretär des Rotary Clubs Witten-Hohenstein.

Sie lehren an der Uni Witten/Herdecke und sind Studiengangsverantwortlicher für den Master in Management – Strategy & Organization (M.Sc.): Was macht für Sie  typische UW/H-Studierende aus? Wer könnte sich für ein Studium im Bereich Wirtschaft und Gesellschaft an der UW/H interessieren?

Das kann man nicht auf einige wenige Merkmale reduzieren. Und in den Auswahlgesprächen haben wir auch kein festes Muster, dem man entsprechen muss, sondern trauen jedem Menschen sein eigenes Potenzial zu. Eine wichtige Neigung könnte aber sein: Reflexions- und Kritikbereitschaft. Im Gegensatz zu Gleichgültigkeit. Kennen Sie den? „Auf einer Skala von eins bis zehn, wie gerne diskutieren Sie?“ – „Elf.“ – „Elf geht nicht!“ – „Warum nicht?!“ Das kann anstrengend sein, aber das brauchen wir heute.

Ihr interessiert euch für den Management-Master an der Uni Witten/Herdecke?

Dann kontaktiert die Fakultät, besucht (digitale) Infoevents und informiert euch auf der Website der UW/H.

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