Wie bringen wir Kindern die Coronakrise näher?

Der Corona-Comic: Aufklärung auf Augenhöhe

Die Coronakrise ist allgegenwärtig. In den Medien, auf der Arbeit und im heimischen Wohnzimmer. Corona verunsichert und macht Angst, also sprechen wir darüber, um all die negativen Eindrücke zu verarbeiten. Wenn wir uns in den Familien über Corona austauschen, dann vergessen wir dabei aber meist, dass auch unsere Kinder zuhören. Wir reden darüber, dass Oma und Opa zur gefährdeten Gruppe gehören, dass Spielplätze gesperrt wurden und ganz selbstverständlich auch über den Tod. Das Problem ist, dass Kinder, je nach Alter, die Informationen deutlich schlechter einordnen können als Erwachsene. Kinder merken, hier stimmt etwas nicht, aber was genau, ist ihnen unklar. Das kann dazu führen, dass ein mulmiges Gefühl zurückbleibt. „Ich glaube, dass Kinder vor allem auch die emotionale Seite unserer Unterhaltungen mitbekommen und wir uns dessen oft nicht bewusst sind. Das macht es schwer, die Folgen zu beurteilen“, betont auch Ralf Weigel, Wissenschaftler an der Friede Springer Stiftungsprofessur für Globale Kindergesundheit der Uni Witten/Herdecke.

Darum sollten wir alle feinfühliger mit diesem Thema umgehen und uns Gedanken darüber machen, wie wir auf Augenhöhe mit unseren jüngeren Mitmenschen über solche negativ besetzten Themen kommunizieren. Auch Kinder sollten eine Chance bekommen, zu verstehen, was da draußen gerade passiert. „Kinder werden tagtäglich über viele Kanäle (TV, Radio, Internet, Gespräche von Erwachsenen in und außerhalb der Familie) mit dem Thema Coronavirus konfrontiert. Das erzeugt, wie auch bei uns Erwachsenen, Unsicherheit und vielleicht auch Ängste. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern mit ihren Kindern über das Thema und die aktuelle Situation sprechen und dass es kindgerechtes Informationsmaterial zur Unterstützung gibt“, sagt auch Michael Galatsch, ebenfalls Wissenschaftler an der Friede Springer Stiftungsprofessur für Globale Kindergesundheit der Uni Witten/Herdecke.

Corona in wenigen Worten

Deshalb hat er gemeinsam mit seinem Team einen Comic der Illustratorin Malaka Gharib ins Deutsche übersetzt, der Kindern in wenigen Worten die grundlegenden Informationen über das Coronavirus gibt. Den Comic können sich die Kinder selber ausdrucken und zu einem kleinen Buch falten. Malaka Gharib entwickelte den Comic zusammen mit Tara Powell von der University of Illinois School of Social Work, Joy Osofsky vom LSU Health Sciences Center in New Orleans und Krystal Lewis vom National Institute of Mental Health in den USA. Karin Geffert, Katharina Wabnitz und Kim Nordmann von der Global Health Alliance - Deutschland (GHA-D), ein deutschlandweites Netzwerk von Studierenden und Lehrenden mit Expertise in Global Health, haben dann den Text überarbeitet.

Interessierte können sich den Comic auf folgender Seite downloaden, ausdrucken und anschließend falten: https://tinyurl.com/ujlk6ge

Weitere Angebote für Kinder finden sich auf der Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html#c11974

Wie macht ihr das?

Wie redet ihr mit Kindern über die Coronakrise? Bezieht ihr eure Kinder mit in die Diskussionen ein?

Welche Möglichkeiten könnt ihr empfehlen? ich freue mich über eure Kommentare!

Über den Autor

Malte Langer ist an der Universität Witten/Herdecke Referent für Kommunikation & Marketing.

* Pflichtfelder

Comments

No comments