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Blog Universität Witten-Herdecke | 1 Wahl, 3 Fragen: Mit Josefine Naton (Volt)

1 Wahl, 3 Fragen: Mit Josefine Naton (Volt)

„Nur national zu denken, vielleicht sogar nur lokal zu denken, schien für mich ausgeschlossen." Studentin Josefine Naton über ihr politisches Engagement.

1 Wahl, 3 Fragen: Anlässlich der Bundestagswahl 2021 fragen wir Studierende, warum sie sich politisch engagieren, welche Ziele sie mit der Bundestagswahl 2021 persönlich verbinden und erfahren, wie politisches Engagement konkret aussehen kann. Im Gespräch mit Josefine Naton.

Hi Josefine! Warum und wo engagierst du dich politisch?

Morgens am Frühstückstisch haben wir uns immer darum gestritten, wer den Politikteil der Zeitung als nächstes lesen darf. Beim Mittagessen wurde viel diskutiert und wer nicht grad zurück zur Arbeit oder Schule musste, blieb gern länger sitzen. Abends waren die Nachrichten im Fernsehen ebenfalls eine Tradition. Ich bin politisch aufgewachsen, auch wenn meine Eltern nie in einer Partei waren. Was um mich herum und in der Welt passiert, hat mich berührt und Ungerechtigkeiten häufig erschüttert. Am meisten hat mich dabei das Internationale begeistert. Das große Ganze, was weit weg zu sein scheint und doch Einfluss auf das Leben so vieler Menschen hat. Abseits meiner Familie bin ich aber vielen Menschen begegnet, die sich für all das nicht zu interessieren schienen. Das hat mich fast noch mehr aufgewühlt als die Nachrichten, die ich jeden Tag gehört habe. Wir alle haben eine Verantwortung, wie diese Gesellschaft zusammenlebt, arbeitet und sich in Zukunft verändert. Und mit dieser Gesellschaft meine ich nicht die deutsche Gesellschaft, sondern unsere globale Gesellschaft. Nur national zu denken, vielleicht sogar nur lokal zu denken, schien für mich ausgeschlossen. Als ich im Ausland war, habe ich das erste Mal von Volt gehört und mich informiert. Eine europäische Partei? War das möglich? Ganz schnell war ich Feuer und Flamme von der Idee, Europa zu vereinen. Endlich eine Bewegung von Menschen, die mich verstanden und ähnliche Werte und Visionen für unsere Zukunft hatten. Die Nachricht vom Brexit und lauter werdende Rufe nationalistischer Strömungen in vielen Ländern ließen in mir die Sorge aufkommen, die EU würde zerbrechen. Volt ist das genaue Gegenteil. Hier gibt es Menschen, die an die europäische Idee glauben. Die genau wie ich unzufrieden mit der aktuellen EU sind, aber es zum positiven verändern wollen, anstatt einen Alleingang zu startet.

Wie sieht deine politische Arbeit denn konkret aus?

Ich betätige mich auf verschiedenen Ebenen. Zurzeit bin ich City Lead in Witten und baue hier nach und nach ein kleines Team auf, um in Zukunft auch in Witten die Politik europäisch zu denken. Aktuell stehen wir kurz vor der Bundestagswahl und wir versuchen in Gesprächen und Diskussionen Menschen von Volt zu erzählen und zu begeistern. Egal ob in meinem privaten Kreis aus Familie und Freund*innen oder auf der Straße in den Fußgängerzonen des gesamten Ruhrgebiets. Als kleine Partei sind wir nicht überall breit aufgestellt mit vielen Menschen. Daher versuchen wir uns gegenseitig zu unterstützen, wo es nur geht. Außerdem sind auch die Landtagswahlen nicht mehr weit weg. Dafür erarbeiten wir gerade unser Wahlprogramm. Ich arbeite also konkret an unseren Ideen für ein zukunftsfähiges NRW mit. Viele Stunden verbringe ich dadurch in Videokonferenzen, mit dem Recherchieren und Diskutieren verschiedenster Ansätze.

Und welche Themen sind dir persönlich bei der Bundestagswahl wichtig? 

Mir ist Europa sehr wichtig. Nicht nur, weil ich bei Volt bin, sondern weil wir Krisen wie die Pandemie oder die Klimakatastrophe nicht in nationalen Grenzen denken und lösen können. Es braucht gemeinsame Ansätze. Wenn wir die EU nicht reformieren und zu einer starken geeinten Kraft werden, dann werden wir manche Probleme niemals lösen können. Nur wer groß denkt, kann auch groß handeln. Klima- und Umweltschutz hat eine hohe Priorität. Wir brauchen einen grundlegenden Wandel in allen Bereichen unserer Gesellschaft, um klimaneutral, digitaler, gemeinwohlorientierter und solidarischer zu werden. Bildung ist dabei ein wichtiger Faktor. Sie muss endlich chancengerecht und zukunftsorientiert werden. Das Wichtigste ist, es braucht Veränderung!

Vielen Dank, dass du unsere drei Fragen beantwortet hast. Wenn du magst, ist hier nun Platz für dein persönliches Statement.

Wir alle haben die Möglichkeit und die Verantwortung, unsere Gesellschaft mitzugestalten. Den meisten Menschen aus unserer Universität muss ich das nicht sagen. Daher möchte ich euch lieber dazu ermutigen: Nutzt eure Begeisterung, um andere Menschen damit anzustecken! Inspiriert sie und unterstützt sie, sodass auch sie ihre Möglichkeiten entdecken.

 

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