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Blog Universität Witten-Herdecke | Mit PPÖ in die Politik: Lukas Lentzler

Mit PPÖ in die Politik: Lukas Lentzler

Für den kritischen Geist ist nicht nur das PPÖ-Studium in Witten genau das Richtige, sondern auch eine Karriere in der Politik.“

Lukas Lentzler ist 2020 in der Politik angekommen und zwar im Deutschen Bundestag, also „ganz oben“. Er ist derzeit Büroleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Dr. Andreas Lenz, Abgeordneter der CDU/CSU-Fraktion und Mitglied im Ausschuss für Klimaschutz und Energie. Lentzler hat den Grundstein, um im höchsten demokratischen Gremium zu arbeiten, im Wintersemester 2015/16 an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) gelegt mit dem Bachelorstudium Philosophie, Politik und Ökonomik (PPÖ). Im Wintersemester 2018/19 ist er damit fertig geworden und hat anschließend einen einjährigen Master in International Political Economy (IPE) am King’s College in London drangehängt.

Im Abgeordnetenbüro ist Lukas Lentzler insbesondere für die inhaltliche Arbeit zuständig. So schreibt er in Zusammenarbeit mit der Fraktion oder anderen Abgeordnetenbüros Anträge, kleine und große Anfragen und bringt Gesetzestexte ein. Darüber hinaus hat der ehemalige Wahl-Wittener seine Ohren jederzeit an der sprichwörtlichen Schiene und erhält über sein mittlerweile stark gewachsenes (politisches) Netzwerk Gesetzesentwürfe, die anderen noch nicht vorliegen. So kann Lentzler die aufkommende Debatte antizipieren und eine Positionierung erarbeiten. Diese Positionierung besteht neben der Analyse des Status quo sowie der Zielsetzung des Gesetzesentwurfs insbesondere aus einer inhaltlichen Bewertung. Auf dieser Basis bildet sich Lentzler eine Meinung und koppelt sie im Zweifel mit verschiedenen betroffenen Interessengruppen wie NGOs oder Verbänden rück, um ein „Bild aus der Praxis“ zu erhalten. Wenn alle Informationen, Argumente und Ideen gesammelt sind, setzt Lentzler diese in einen Kontext und lässt sie als Briefing in die Arbeit des Abgeordneten einfließen. Zudem ist er für Kommunikation jeglicher Art mit Ministerien, der Bundestagsfraktion, Pressevertreter:innen oder Bürger:innen zuständig, erarbeitet Argumente für Bundestagsreden und betreut den Social-Media-Auftritt von Andreas Lenz.

„Die Politik ist für uns Betriebswirte eine Blackbox, die wir nicht betrachten.“

Die Karriere ist gradlinig und zielstrebig. Doch auch Lukas Lentzlers Weg war mit einem Schlenker versehen: „Ich habe vor meinem Studium in Witten zwei Semester BWL studiert. Der Wechsel nach Witten hat sich für mich manifestiert, als ein Prof. an meiner ehemaligen Uni meinte: ‚Die Politik ist für uns Betriebswirte eine Blackbox, die wir nicht betrachten.‘ Das hat in mir ein Unbehagen ausgelöst, weil politische Entscheidungen eine direkte Auswirkung auf unternehmerische und volkswirtschaftliche Entwicklungen haben.“ Seine Schlussfolgerung: ein PPÖ-Studium. Weil es beides zusammendenkt und mit der philosophischen Ebene das kritische und rationale Denken schult.

„Für den kritischen und hinterfragenden Geist ist nicht nur das PPÖ-Studium in Witten genau das Richtige, sondern auch eine Karriere in der Politik“, sagt er. Abwechslung, kurze und intensive Einheiten bei gleichzeitig langlaufenden Linien und Ideen, diverse Herausforderungen und Themenschwerpunkte sowie ein gewisses Verständnis der Ideengeschichte und eine Reflexion, wie die Zukunft aussehen kann. „Das sind für mich nicht nur ideale Voraussetzungen für einen Einsteiger in eine politische Karriere, sondern beschreibt für mich den aufgeweckten, kritischen, hinterfragenden und analysierenden Geist, den ein Wittener Studierender entweder erlernt oder mitbringt und vertieft.“

 

„Ein gewisses politisches Interesse ist eine gute Absprungbasis für das erfolgreiche PPÖ-Studium in Witten.“

„Aus meiner Sicht ist ein gewisses politisches Interesse eine gute Voraussetzung für das Studium in Witten, weil es zeigt, dass sich die Person mit dem Zeitgeist auseinandersetzt und aufmerksam die aktuellen Debatten verfolgt.“ Allerdings sei das kein absolutes Muss, denn Leidenschaften ließen sich in Witten schnell finden – neue wie alte. „Manche vertiefen ihre politische Kenntnis und damit ihr politisches Engagement; andere lernen die Vielseitigkeit des Politischen kennen und erfahren, dass Bildung zu Engagement befähigt.“

Den eigenen roten Faden finden

„Einzigartig ist für mich – und das hebt die UW/H im Allgemeinen und PPÖ im Speziellen von jeder anderen Uni und von jeder anderen Fachrichtung ab –, dass die Studierenden ihren eigenen roten Faden legen können und fast sogar müssen. Das ist zu Beginn eine Herausforderung, hilft aber bei der Erkenntnis, was einem persönlich liegt, gefällt und wo man vielleicht noch die Potenziale hat, die in einem schlummern und entdeckt werden wollen.“

Für Lentzler ist das Studium fundamentale dabei die größte Besonderheit. Hier hat er den perfekten Ausgleich erlebt zwischen dem Vertiefen des bereits vorhandenen Wissens und dem Entdecken neuer, bisher ungekannter Seiten an sich selbst. Stimulierend waren für ihn viele Kurse. Insbesondere haben ihn aber die politökonomischen Module „Finanzwissenschaften“ und „Konjunktur und Wachstum“ geprägt: „Diese Kurse haben mir die Möglichkeit gegeben, die Einnahmen und Ausgaben des Staates besser analysieren und verstehen zu können und kritisch zu erfahren, welchen Einfluss konjunkturelle Programme und die Ausgestaltung der Steuersysteme auf die Wirtschaft haben.“ Der Kurs „On Liberty“ – der die Freiheitsphilosophie von John Stuart Mill untersuchte – hat ihm dann gegen Ende des Studiums einen Freiheitsbegriff aufgezeigt, den er vorher nicht kannte und der ihn bis heute in vielen Fragen begleitet. „Mit am meisten hat mir gefallen, dass ich als Studierender einen Einfluss darauf haben konnte, welche Kurse angeboten werden. So durfte ich den Vorschlag unterbreiten, ein Seminar zum Lobbyismus in Deutschland und der EU zu initiieren. Hier ist natürlich das Spannungsfeld zwischen Ethik, Politik und Wirtschaft deutlich spürbar. Deshalb war ich der Meinung, dass interessierte Studierende hier ein Angebot haben sollten.“

Beste Vorbereitung auf die Arbeit in der Politik

Alles in allem ist er der Meinung, dass ein breites Studium wie PPÖ, das Denken schult und Reflexionsebenen ausdifferenziert.- Es deckt viele Facetten der Politik- und Wirtschaftswissenschaften ab und animiert dazu, das eigene Weltbild durch die Philosophie zu hinterfragen. Damit bietet es einen wesentlich besseren Einstieg in das (politische) Berufsleben als ein Jura- oder BWL-Studium. Die handwerklichen Dinge –  wie man einen Antrag schreibt, wie eine Rede formuliert oder wie ein Gesetzesentwurf auf den Weg kommt –, sind für ihn Fähigkeiten, die man auch später im Job erlernen könne. „Ich denke, ein vertieftes Verständnis von Demokratietheorie, das kritische Analysieren von Texten und das Hinterfragen von Argumenten bereiten einen auf die Arbeit in der Politik bestens vor. Und seien wir ehrlich: Als PPÖ-Studierende lernen wir, dass es sich immer lohnt, Neues zu lernen und dann in die eigene Arbeit einfließen zu lassen.“

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