Finance mit Haltung: Warum Victors berufliche Ziele ihn für den Master nach St. Gallen zogen
Tschö Ruhrgebiet und Grüezi St. Gallen! Nach seinem Doppel-Bachelor in Management sowie PPÖ – Philosophie, Politik und Ökonomik an der UW/H hat Victor Wolff sein Master-Studium an der Universität St. Gallen in der Schweiz begonnen. Mit dem renommierten Programm Banking & Finance möchte er seinen Karriereweg in die Finanzwelt ebnen. Mit uns spricht er darüber, warum sein Engagement in der Wittener StudierendenGesellschaft ausschlaggebend für seine beruflichen Pläne war, und warum er langfristig Zahlen und Impact miteinander verbinden will.
„Ich wollte meinen Master unbedingt im Ausland machen, um eine neue Perspektive zu gewinnen“, erzählt Victor. Deswegen hat der UW/H-Alumnus im September 2025 die Bergehalden des Ruhrgebiets gegen die Schweizer Alpen eingetauscht. Dass er an der Universität St. Gallen (HSG) studieren würde, war jedoch nicht von vornherein klar. Ihn interessierten die Master-Studiengänge an verschiedenen europäischen Hochschulen: LSE in London, Sciences Po in Paris – Victors Ambitionen waren groß. „Da ich den für viele Unis erforderlichen Einstufungstest GMAT zwar erfolgreich bestanden, jedoch erst relativ spät geschrieben hatte, habe ich mir für die bald endende Bewerbungsphase geringe Chancen ausgerechnet. Ich wollte also nach dem Bachelor-Abschluss erstmal ein Jahr arbeiten und weitere Praxiserfahrungen sammeln, bevor ich mich wieder an einer Uni einschreibe. Doch dann kam die Zusage aus St. Gallen.“ Für Victor war das ein Zeichen, die Chance zu ergreifen und das Master-Studium direkt aufzunehmen. Dabei war die Schweizer Universität für ihn keineswegs zweite Wahl, schließlich gehört die HSG mit dem Studiengang Banking & Finance laut der Financial Times zu den TOP-Ten der renommiertesten Business Schools.
Der GMAT Einstufungstest ist verpflichtende Voraussetzung für viele weiterführende Studiengänge in den Wirtschaftswissenschaften. Die Testpunktzahl ist ein wesentliches Kriterium für die Zulassung und kann den Bewerbungsprozess stark beeinflussen.
Die ersten Wochen waren intensiv: ein enorm ambitioniertes, internationales Umfeld, viele neue Eindrücke und Themen und ein Netzwerk, das mit vielen Partnern aus der Praxis den künftigen Einstieg in das Berufsleben mitorganisiert. „Von den vielfältigen Möglichkeiten zu profitieren, schätze ich sehr“, sagt Victor und fährt fort, „ähnlich wie in Witten gibt es hier auf dem Campus kurze Wege und man trifft immer wieder bekannte Gesichter. Die kleinen Kursgrößen und die familiäre Atmosphäre habe ich auch an der UW/H immer gemocht.“ Wenn Victor nicht lernt oder den Ausblick vom hochgelegenen Campus über die Stadt genießt, fährt er mit dem Rennrad in die Berge. Auch seine Heimat München ist nicht weit weg und nur einen Wochenend-Trip entfernt.
Wie Victor den Grundstein in Witten gelegt hat
Auschlaggebend für Victors Bewerbung an der Uni Witten/Herdecke war der interdisziplinäre Studiengang PPÖ – Philosophie, Politik und Ökonomik. „Witten ist einfach eine total innovative Uni, insbesondere was die Studiengänge angeht. So war sie auch die erste Uni in Deutschland, die ein PPÖ-Programm eingeführt hat. Diesen Studiengang wollte ich unbedingt belegen“, erinnert sich der Alumnus. Letztendlich hat er jedoch kein lineares Studium absolviert – sondern genau das gemacht, was die UW/H systemisch ermöglicht: ausprobieren, neue Wege gehen und den Horizont sukzessive erweitern. So wechselte er nach dem ersten Studienjahr in PPÖ zu Management, um sich zunächst auf Wirtschaft und Unternehmertum zu konzentrieren, und nahm kurz vor seinem ersten Bachelor-Abschluss seinen ursprünglichen Wunschstudiengang als Zweitstudium auf. „Im Management-Bachelor habe ich gelernt, wie Organisationen funktionieren, und im PPÖ-Studium, wie Gesellschaften funktionieren. Oft geht es um ähnliche Probleme, nur mit einem anderen Maßstab“, sagt Victor. „Für mich war es die richtige Herangehensweise, mir zunächst den kleineren Maßstab anzuschauen, wo es vielleicht noch pragmatischere Lösungen gibt, bevor ich mich schließlich an die Gesellschaftsebene gewagt habe, auf der die Herausforderungen noch komplexer sind.“
Eine Schlüsselfigur in Victors Studium an der UW/H war Prof. Dr. Hendrik Wilhelm. Victor: „Prof. Wilhelm hat mir nicht nur das Wissen, sondern auch die Werkzeuge für wissenschaftliches Arbeiten und die Praxis an die Hand gegeben. Bei ihm habe ich auch meine Bachelor-Arbeit geschrieben und dabei viel gelernt. Das individuelle Mentoring durch ihn hat mir sehr, sehr viel gebracht.“
Zentral für Victors heutige Karriereplanung war außerdem sein Engagement bei der StudierendenGesellschaft (SG) der UW/H. Dort ist er das erste Mal in Finanzfragen eingestiegen, hat sich mit Jahresabschlüssen und Anleihen beschäftigt und früh Verantwortung in der von Studierenden geführten Organisation übernommen. Für ihn war diese Erfahrung nicht nur der Auftakt zu seinem jetzigen Master-Studium in St. Gallen, sondern ebenso prägend für deine Studienzeit in Witten. „Die StudierendenGesellschaft verwaltet den Umgekehrten Generationenvertrag (UGV) und es hat mir einfach Freude gemacht, dass ich mit meiner Arbeit anderen Studierenden den Weg ins Studium ebne. Das soziale Finanzierungssystem macht die UW/H zu dem, was sie ist – und zwar eine sehr, sehr einzigartige Privatuni.“
Nächster Halt: Finanzwesen
Victors berufliches Ziel ist klar: Finance. Durch Praktika bei Unternehmens- und M&A-Beratungen (Mergers and Acquisitions) hat er bereits erste Praxiserfahrungen gesammelt und könnte sich auch einen Berufseinstieg in diesem Bereich vorstellen. Langfristig will er das Wissen über Märkte und Finanzierungsformen nutzen, um gesellschaftliche Veränderung gestalten zu können. Sustainable Finance und Impact Investment sind für ihn mögliche Perspektiven.
Sein Rat an zukünftige Studierende der UW/H: „Verfolgt eure Interessen! Ich bin überzeugt, dass man immer besonders gut in den Sachen ist, für die man brennt. Das hat mir geholfen, dahin zu kommen, wo ich jetzt gerade bin.“
Wahlkampf hautnah erleben
Dass Victor nicht nur im Studium für Politik und Gesellschaft brennt, zeigt sein Einsatz im US-Wahlkampf 2024: Gemeinsam mit seinem Kommilitonen Simon Shaw verbrachte er die Wochen vor der Wahl im Swing State Pennsylvania, unterstützte das Team der Demokraten vor Ort und nahm auch an einer Wahlkampfveranstaltung des jetzigen Präsidenten Donald Trump teil.
In einem eigenen Post auf dem UW/H-Blog haben Victor und Simon ihre Eindrücke festgehalten und berichten, wie sie die Erlebnisse in den USA nachhaltig geprägt haben.